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Informationen für Promovierende und Postdocs - Information for doctoral candidates & postdoctoral researchers

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Promovieren: Einstieg und erste Schritte

Spätestens in der Einstiegsphase einer Promotion wird die Frage des Themas und der Betreuung geklärt sowie die Finanzierung organisiert. Häufig entsteht in dieser Zeit das Exposè für das der Dissertation zugrunde liegende Forschungsprojekt.
In Zusammenhang mit der Klärung der Promotionsbetreuung ist auch die Annahme als Doktorandin oder Doktorand an der Fakultät von großer Wichtigkeit. Darüber hinaus ist individuelles Selbst- und Zeitmanagement gefordert, um das selbstorganisierte Arbeiten in der Promotionszeit von Anfang an gut zu planen und zu strukturieren. Schließlich hilft es, sich von Beginn an über typische Krisensituationen im Promotionsprozess klar zu werden. Denn Krisen gehören angesichts des zeitlichen Umfangs und der Komplexität der Promotionsprojekte in den allermeisten Fällen zu einer Promotion.

1 Thema finden

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein Thema für Ihr Dissertationsprojekt zu finden. Sie können ein Thema aus persönlichem Interesse wählen, Ihre eigene Abschlussarbeit vertiefen/ausweiten oder Sie können sich bei der Suche nach einem neuen Thema an den Forschungsprogrammen wissenschaftlicher Einrichtungen (Graduiertenkollegs, Graduate Schools oder Internationalen Promotionsprogrammen) orientieren. Im naturwissenschaftlichen Bereich kommt es oft vor, dass bestimmten Themen/Forschungsschwerpunkte vorgegeben werden.
Weitere Informationen finden Sie auf folgender Seite
>> Themenfindung

2 Betreuerin oder Betreuer suchen und finden

Zunächst gilt es, eine Betreuerin oder einen Betreuer für das eigene Promotionsvorhaben und das gewünschte Thema zu finden. In Frage kommen dafür alle hauptberuflichen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, d.h. alle aktuell als Professorin oder Professor an einer Fakultät der Universität Tübingen Beschäftigten, und weitere promovierte Mitglieder der Fakultät mit entsprechender Berechtigung. Darüber hinausgehende Regelungen – bspw. zu Mitgliedern anderer Universitäten als Betreuer und Betreuerinnen – sind in den jeweiligen Promotionsordnungen zu finden.

Nicht selten erhalten Promovierende ein Angebot zur Betreuung von der Professorin oder dem Professor, die bzw. der bereits ihre Masterarbeit betreut hat. Auch in strukturierten Promotionsprogrammen sind die passenden Doktormütter oder –väter häufig bereits vorgesehen. Ist dies nicht der Fall, müssen die Promovierenden selbst eine geeignete Betreuerin oder einen geeigneten Betreuer finden, was mitunter eine Herausforderung darstellen kann.
Die geeignete Professorin oder der geeignete Professor sollte dann in einer Email kontaktiert werden, um einen persönlichen Gesprächstermin zu vereinbaren.
TIPP 1
Folgende Fragen sind bei der Betreuerinnen-/Betreuersuche von besonderer Relevanz:
  • Ist die Professorin oder der Professor in meinem Promotionsgebiet einschlägig?
  • Ist ein optimales Forschungsumfeld für mein Promotionsthema gegeben?
  • Sind geeignete Netzwerke vorhanden, in die ich mit meiner Arbeit eingebunden werden kann?
TIPP 2
  • Wählen sie am besten eine Professorin oder einen Professor als Betreuerin oder Betreuuer, mit dem sie bereits persönlichen Kontakt hatten (z.B. Betreuuerin oder Betreuuer der Masterarbeit).
  • Informieren Sie sich bei Kommilitoninnen oder Kommilitonen, die die Professorin oder den Professor bereits kennen. Sie können sich auch Erfahrungen bei Promovierenden einholen, die von der Professorin oder dem Professor betreut werden bzw. wurden.
  • Seien Sie nicht ungeduldig, wenn eine Professorin oder ein Professor nicht direkt auf Ihre Anfrage per E-mail reagiert. Professorinnen und Professoren sind in der Regel sehr beschäftigt und es kann eine Weile dauern, bis sie auf E-Mails reagieren.
  • Zeigen Sie Flexibilität in Hinblick auf die genaue Eingrenzung Ihres Promotionsthemas. Dies wird Ihnen die Suche nach einer Betreuerin oder einem Betreuer erleichtern.
LINKS EXTERN
Weiterführende Informationen finden Sie auf folgender Seite
>> Betreuung der Promotion - Informationen für Promovierende

3 Das Exposé

Im persönlichen Gespräch spielt dann das Exposé eine entscheidende Rolle, anhand dessen die Professorin oder der Professor sich ein Bild über die Vorstellungen und Ziele der angestrebten Promotion machen kann.
Ein Exposé ist ein Text, in dem ein Überblick über das Forschungsvorhaben, die geplanten Arbeitsschritte und Ziele gegeben wird. Es stellt einen wichtigen Bestandteil der Promotionsbewerbung dar und dient bspw. dazu, die Betreuerin oder den Betreuer oder einen etwaigen Geldgeber von dem Dissertationsvorhaben zu überzeugen. Zudem soll im Exposé gezeigt werden, dass das geplante Vorhaben im vorgegebenen Zeitraum durchführbar ist. Für die Doktorandin oder den Doktoranden selbst ist das Exposé eine wichtige Orientierungshilfe, um zeitliche und inhaltliche Ziele nicht aus dem Blick zu verlieren.
Weitere Informationen zum Exposé finden Sie auf folgender Seite
>> Das Exposé

4 Finanzierung der Promotion

Eine existentielle Frage bei einer Promotion ist die Frage der Finanzierung. Möglichkeiten zur Finanzierung bieten zum Beispiel Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter, Stellen außerhalb der Universität - häufig ohne Forschungsbezug - oder auch ein Promotionsstipendium. In jedem Fall sollte man auch genau überlegen, wie gegebenenfalls Zeiten finanziell überbrückt werden könnten, die von der primären Finanzierungsquelle für das Promotionsvorhaben nicht abgedeckt werden. Denn das Zeitbudget für die Promotion, das zu Beginn des Promotionsprojekts häufig sehr groß erscheint, kann in der Folge schnell zusammenschrumpfen. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Finanzierungsarten sollten daher im Vorfeld kritisch geprüft werden.
Weiterführende Informationen zum Thema "Finanzierung" finden Sie auf folgenden Seiten
>> Allgemeine Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten der Promotion
>> Links und Suchdatenbanken
>> Begabtenförderungswerke

5 Annahme als Doktorandin oder Doktorand

Nach Erhalt der Betreuungszusage können Doktorandinnen und Doktoranden mit der Hauptbetreuerin oder dem Hauptbetreuer ihrer Arbeit sowie einer zweiten Betreuerin bzw. einem zweiten Betreuer die Betreuungsvereinbarung abschließen und bei der zuständigen Fakultät den Antrag auf Annahme als Doktorandin oder Doktorand stellen.
Die Annahme als Doktorandin oder Doktorand an der Fakultät ist in mehrfacher Hinsicht eine rechtliche Absicherung für Promovierende und sollte kurz nach der Betreuungszusage erfolgen.

Seit 30.03.2018 müssen Sie sich nach der Annahme als Doktorand/in durch die Fakultät im Studierendensekretariat der Universität Tübingen immatrikulieren, siehe § 38 Absatz 5, Satz 1, erster Halbsatz des Landeshochschulgesetzes [LHG]. Auf den Webseiten des Studierendensekretariats finden Sie auch ausführliche Informationen zur Einschreibung als Promotionsstudierende/r. Vorteile bei einer Immatrikulation sind zum Beispiel eine studentische E-Mail-Adresse oder die Möglichkeit, verschiedene universitäre Einrichtungen und Services wie die Universitätsbibliothek zu nutzen.
 
Ausnahmen
  • Promovierende, die hauptberuflich an der Universität Tübingen tätig sind, d.h. einen Arbeitsvertrag mit einem Umfang von mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit haben. Sie können sich nach § 38 Absatz 5 Satz 1, zweiter Halbsatz LHG von der Immatrikulationspflicht befreien lassen.
  • Promovierende, die bereits vor dem 30.03.2018 als Doktorand/in angenommen wurden, sind zur Immatrikulation berechtigt, aber nicht verpflichtet.
1. Prüfung der Voraussetzungen  

Für die Annahme als Doktorandin oder Doktorand wird an der jeweiligen Fakultät überprüft, ob die Antragstellerin oder der Antragsteller die formalen Voraussetzungen für die Promotion erfüllt. Falls etwa Leistungen nachzuholen sind, erfahren das die Betreffenden frühzeitig.   

2. Zusicherung der Betreuung

Die Annahme sichert den Rechtsstatus als Doktorandin oder Doktorand, indem sowohl die Fakultät als auch die Betreuerinnen und Betreuer sich verbindlich bereit erklären, die Promotion zu betreuen bzw. für die Betreuung zu sorgen. Falls eine oder einer der Betreuerinnen und Betreuer – beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen – ihre oder seine Betreuungsaufgaben nicht mehr leisten kann, so hat die Fakultät sicherzustellen, dass die Arbeit weiterhin an der Fakultät betreut werden kann.   

3. Gültigkeit der Promotionsordnung

Promotionsordnungen werden, wie andere Prüfungsordnungen auch, von Zeit zu Zeit geändert. Es genügt daher nicht, wenn angehende Promovierende einmal in der Promotionsordnung nachlesen, ob sie zum Beispiel die Voraussetzungen für eine Promotion in einem bestimmten Fach erfüllen. Die Regelungen könnten sich ändern, ohne dass Promovierende davon erfahren – denn erst mit der Annahme werden Promovierende systematisch erfasst und damit für die Fakultät und die Universität sichtbar. Durch die Annahme als Promovierende oder Promovierender wird sichergestellt, dass Promovierende über Änderungen der Promotionsordnung sowie eventuelle Übergangsregelungen bei Änderungen direkt informiert werden.    

4. Stimmrecht für Doktorandenkonvente
   
Mit der Neufassung des Landeshochschulgesetzes zum April 2014 wurde die Einrichtung von Doktorandenkonventen als Interessenvertretung aller zur Promotion angenommenen Doktorandinnen und Doktoranden vorgesehen. Bislang waren Promovierende nicht als eigene Statusgruppe anerkannt und nur teilweise in den Universitätsgremien repräsentiert, entweder als Teil des akademischen Mittelbaus oder als Teil der Studierendenschaft. Die in Tübingen auf Fakultätsebene eingerichteten Konvente sollen diese Lücke schließen und die Interessen aller Doktorandinnen und Doktoranden – also unabhängig von der Form ihrer Anbindung an die Universität (Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, immatrikulierte Promovierende, über Stipendien finanzierte Promovierende) – vertreten. Voraussetzung für die Teilnahme am jeweiligen Doktorandenkonvent sowie das Stimmrecht ist die Annahme als Doktorandin oder Doktorand an der Fakultät. 
Weitere Informationen finden Sie auf folgender Seite
>> Annahme als Doktorandin oder Doktorand

6 Selbst- und Zeitmanagement: Arbeit und Freizeit

Eine größere Herausforderung, der viele Promovierende in der Einstiegsphase der Promotion begegnen, ist, sich den größeren zeitlichen Horizont von beispielsweise drei Jahren vorzustellen, die für Promotionen in der Regel angesetzt werden. Das ‚Umrechnen‘ von ‚bekannten Messeinheiten‘ wie etwa der Zeit, die für die Erstellung der Masterarbeit erforderlich war, sowie das Übertragen von Strategien aus der Masterphase funktionieren daher nicht ohne Weiteres.
 
Es ist Chance und Herausforderung zugleich, die Arbeit am Forschungsprojekt und – abhängig von Forschungsbereich und Finanzierungsform – den Arbeitstag selbst planen zu können bzw. zu müssen. Insbesondere – aber nicht nur – im geisteswissenschaftlichen Kontext besteht zudem die Gefahr der sozialen Isolation, die sich in der Folge zusätzlich in wissenschaftlicher Isolation niederschlagen kann.
 
Von Anfang an ist es daher wichtig, die Planung für das Forschungsprojekt mit Hilfe von Teilzielen und Meilensteinen herunter zu brechen sowie die als nächstes anstehenden Schritte zu konkretisieren. Die Projektplanung muss immer wieder korrigiert und an die Entwicklungen im Forschungsprojekt angepasst werden. Denn drei Jahre, die zu Beginn des Projekts noch nicht wirklich vorstellbar sind, können sehr schnell verrinnen.
Mindestens genauso wichtig wie die Arbeitsplanung ist auch die Planung der Pausen und weiterer Erholungszeiten wie Wochenenden und Urlaub. Das ist wichtiger Teil der Selbstfürsorge als Aspekt des Selbstmanagements. Pausen sind wichtig, um die tägliche Arbeit zu strukturieren. Freizeit und Urlaub dürfen für die längerfristige Gesundheit und das Wohlbefinden nicht fehlen.
Weitere Informationen finden Sie auf folgender Seite
>> Persönliche und soziale Voraussetzungen für eine Promotion

Ultima modifica: 28. Mag 2018, 13:25, [v.becker]


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