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WIKI GRADUIERTENAKADEMIE - WIKI GRADUATE ACADEMY

Informationen für Promovierende und Postdocs - Information for doctoral candidates & postdoctoral researchers

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Betreuung der Promotion - Informationen für Promovierende

1 Was bedeutet die Betreuung einer Promotion?

Unter der Betreuung Promovierender wird „die mentorenhafte Begleitung einer ansonsten selbstständigen und eigenverantwortlichen wissenschaftlichen Tätigkeit des Promovierenden“ (Carmesin et al. 2014, Hrsg.) verstanden. Betreuerinnen oder Betreuer, auch Doktormütter bzw. Doktorväter genannt, sind die zentralen Ansprechpersonen für ihre Doktorandinnen oder Doktoranden. In der Regel haben Promovierende eine Hauptbetreuerin oder einen Hauptbetreuer und eine Zweitbetreuerin oder einen Zweitbetreuer. Es kommen jedoch auch weitere Betreuerinnen und Betreuer in Frage.
Der Erfolg einer Promotion wird wesentlich durch die Qualität der Betreuung beeinflusst.

2 Aufgaben der Betreuerin oder des Betreuers

Zu den Aufgaben der Betreuerin oder des Betreuers gehören beispielsweise folgende Punkte:
Beratung und Rückmeldung
  • Die Promovierenden hinsichtlich des Themas beraten und das Thema ab- und eingrenzen
  • Die Promovierenden bei der weiteren Forschungsplanung beraten
  • Die Promovierenden in schwierigen Phasen der Promotion motivieren und beraten
  • Status- und Fortschrittsgespräche führen
  • Rückmeldung zu Zwischenergebnissen und Teilkapiteln geben
Management der Promotion
  • Die Promovierenden bei der Strukturierung der Promotion unterstützen, sodass die Dissertation in einem angemessenen Zeitraum fertiggestellt und abgegeben werden kann
  • Zusammen mit den Promovierenden klare Etappenziele (Meilensteine) festlegen
Qualifizierung
  • Die Promovierenden zur Teilnahme an Qualifizierungsprogrammen anregen
  • Die selbstständige Forschungstätigkeit der Promovierenden fördern
Karriereunterstützung
  • Die Promovierenden in ihren nächsten Karriereschritten beraten
  • Die Promovierenden dabei unterstützen, sich in die nationale und internationale wissenschaftliche Gemeinschaft einzubinden (z.B. durch Ermutigung der Promovierenden, Ergebnisse in Seminaren oder auf Konferenzen zu präsentieren oder sie zu publizieren)
  • Die Promovierenden bei Publikationen unterstützen
Begutachtung der Dissertation und Prüfungsabnahme
  • Die Dissertation begutachten und benoten
  • Auf die mündliche Prüfung vorbereiten (beispielsweise hinsichtlich der Prüfungsthemen beraten, die von der Dissertation abweichen sollen (siehe Promotionskolloquium und Rigorosum) und die Prüfung abnehmen
Fach- und Expertenwissen
  • Fach- und Methodenkenntnisse vermitteln
  • Die Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis vermitteln und kontrollieren
Da die Betreuerinnen und Betreuer jedoch meist sehr beschäftigt sind, können sie dem Wunsch vieler Promovierender nach intensiver Betreuung oft nicht nachkommen.

3 Wer ist zur Promotionsbetreuung berechtigt?

Wer zur Promotionsbetreuung berechtigt ist, ist in den Promotionsordnungen der einzelnen Fakultäten festgelegt.
In der Regel handelt es sich um die habilitierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität, d.h.
  • Professorinnen und Professoren
  • Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.
  • Privatdozentinnen und Privatdozenten
  • emeritierte Professorinnen und Professoren
Mindestens eine oder einer der Betreuenden muss hauptberuflich an der Fakultät tätig sein, an der die Doktorandin oder der Doktorand promoviert.
Der Promotionsausschuss kann auch entsprechend qualifizierten Mitgliedern benachbarter Fakultäten sowie Mitgliedern anderer Universitäten oder vergleichbarer Hochschulen das Recht zur Betreuung verleihen.
Für folgende Betreuungssituationen muss ein Antrag gestellt werden, der vom Promotionsausschuss genehmigt werden muss:
  • Wenn die (Haupt-)Betreuung von einem Mitglied einer anderen Fakultät oder einer anderen Universität übernommen werden soll
  • Wenn ein qualifiziertes Mitglied einer ausländischen Universität bzw. Hochschule die Promotion betreuen soll
  • Wenn im Laufe der Promotion ein Betreuerinnen- bzw. Betreuerwechsel stattfinden soll

4 Wie finde ich eine geeignete Betreuerin oder einen geeigneten Betreuer?

Nicht selten erhalten Promovierende ein Angebot zur Betreuung von der Professorin oder dem Professor, die bzw. der bereits ihre Masterarbeit betreut hat. Auch in strukturierten Promotionsprogrammen sind die passenden Doktormütter oder –väter häufig bereits vorgesehen. Ist dies nicht der Fall, müssen die Promovierenden selbst eine geeignete Betreuerin oder einen geeigneten Betreuer finden, was mitunter eine Herausforderung darstellen kann.


Wenn sich angehende Promovierende ein mögliches Thema für die Dissertation überlegt haben, können sie im Internet die Professorinnen und Professoren finden, die Experten auf dem Gebiet des Promotionsthemas sind. Die geeignete Professorin oder der geeignete Professor sollte dann in einer freundlichen Email kontaktiert werden, um einen persönlichen Gesprächstermin zu vereinbaren

Im persönlichen Gespräch spielt dann das Exposé eine entscheidende Rolle, anhand dessen die Professorin oder der Professor sich ein Bild über die Vorstellungen und Ziele der angestrebten Promotion machen kann.

Wenn eine Doktormutter oder ein Doktorvater gefunden ist, muss an der zuständigen Fakultät die Annahme als Doktorandin oder Doktorand beantragt werden.
TIPP: GRADUIERTENAKADEMIE
Im DOCTORAL RESEARCHER DEVELOPMENT PROGRAM der Graduiertenakademie werden im Qualifizierungsbereich "Wissenschaft und Verantwortung - Research & Responsibility" Kurse angeboten, die sich mit dem Exposé befassen (z.B. „Feedback zum eigenen Exposé“ oder „Wie schreibe ich ein Exposé?“).
TIPP 1
Folgende Fragen sind bei der Betreuerinnen- bzw. Betreuersuche von besonderer Relevanz:
  • Ist die Professorin oder der Professor in meinem Promotionsgebiet einschlägig?
  • Ist ein optimales Forschungsumfeld für mein Promotionsthema gegeben?
  • Sind geeignete Netzwerke vorhanden, in die ich mit meiner Arbeit eingebunden werden kann?
TIPP 2
  • Informieren Sie sich bei Kommilitoninnen oder Kommilitonen, die die Professorin oder den Professor bereits kennen. Sie können sich auch Erfahrungen bei Promovierenden einholen, die von der Professorin oder dem Professor betreut werden bzw. wurden
  • Seien Sie nicht ungeduldig, wenn eine Professorin oder ein Professor nicht direkt auf Ihre Anfrage per E-mail reagiert. Professorinnen und Professoren sind in der Regel sehr beschäftigt und es kann eine Weile dauern, bis sie auf E-Mails reagieren
  • Zeigen Sie Flexibilität in Hinblick auf die genaue Eingrenzung Ihres Promotionsthemas. Dies wird Ihnen die Suche nach einer Betreuerin oder einem Betreuer erleichtern
WEITERFÜHRENDE LINKS

5 Betreuungsvereinbarung

Zu Beginn der Promotion werden anhand der Betreuungsvereinbarung die Formen und der Umfang der Betreuung sowie die Rechte und Pflichten der Promovierenden und Betreuenden schriftlich fixiert. Es wird festgehalten, wer die betreuenden Professorinnen oder Professoren sind, wie der Arbeitstitel des Dissertationsprojekts lautet und gegebenenfalls auch, in welchem Zeitraum die Promotion abgeschlossen werden soll. In der Betreuungsvereinbarung sollte die Situation der Promovierenden, wie beispielsweise Familie oder Berufstätigkeit, berücksichtigt werden. Es ist zudem sinnvoll, in dieser Vereinbarung regelmäßige Betreuungsgespräche festzulegen.
An der Universität Tübingen werden für die Betreuungsvereinbarung die vorgefertigten Formulare der einzelnen Fakultäten verwendet. In diesen Formlaren kann beispielweise bereits vorgeschrieben sein, dass mindestens einmal jährlich ein Betreuungsgespräch zum Stand des Dissertationsprojekts stattfinden soll und dass sich sowohl die Betreuenden als auch die Promovierenden zur Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis verpflichten.
TIPP
Zusätzlich zur Betreuungsvereinbarung wird empfohlen, Meilensteine festzulegen und alle Vereinbarungen zwischen Betreuenden und Promovierenden schriftlich zu dokumentieren.
>> Links zu den Betreuungsvereinbarungen der einzelnen Fakultäten

6 Betreuung in der Abschlussphase der Promotion

In der Abschlussphase der Promotion sollten die Promovierenden mit ihren Betreuerinnen und Betreuern vereinbaren, bis wann welche Teilkapitel der Dissertation fertiggestellt werden sollen und ob die Betreuenden Teilkapitel zur Korrektur vorgelegt bekommen oder erst die komplette Dissertation. Auch sollte abgesprochen werden, wie viel Zeit den Betreuenden für die Korrekturen zur Verfügung steht und ob überarbeitete Teile der Dissertation den Betreuenden nochmals vorgelegt werden.
Es ist zudem wichtig, dass die Betreuenden die Promovierenden in der Abschlussphase auf die mündliche Prüfung vorbereiten und beispielsweise auf entsprechende Workshops hinweisen oder auf andere mündliche Prüfungen aufmerksam machen, die besucht werden können.
Weitere wichtige Besprechungspunkte in der Abschlussphase sind die Publikationsplanung der Dissertation und die möglichen Berufsperspektiven nach der Promotion.
TIPP: GRADUIERTENAKADEMIE
Im DOCTORAL RESEARCHER DEVELOPMENT PROGRAM der Graduiertenakademie werden im Qualifizierungsbereich "Wissenschaft und Verantwortung" Kurse zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung angeboten (beispielsweise "Meilenstein Disputation - Sicher und souverän verteidigen").

7 Konfliktsituationen zwischen Betreuenden und Promovierenden

Auch wenn die Chemie zwischen Betreuenden und Promovierenden stimmt, kann es dennoch zu Konflikten oder Missverständnissen kommen, die beispielsweise Forschungsinhalte, organisatorische Punkte, das Nichteinhalten von Absprachen, unterschiedliche Vorstellungen in Hinblick auf die Herangehensweisen und Methoden oder auch die persönliche Ebene betreffen.
Probleme sollten möglichst frühzeitig und sachlich angesprochen werden, um gemeinsam Lösungswege zu suchen. Es ist sinnvoll, eine unbeteiligte Mediatorin oder einen unbeteiligten Mediator um Rat zu fragen. In der Regel ist in den Betreuungsvereinbarungen der Fakultäten aufgeführt, an wen man sich in Streitfällen wenden kann.
Auch die Wegberufung einer Betreuerin oder eines Betreuers an eine andere Universität oder ein längerer Auslandsaufenthalt der betreuenden Person kann einen Interessenskonflikt auslösen. Die Betreuerin oder der Betreuer sollte in diesem Fall die Promovierenden frühzeitig informieren und mit ihnen über mögliche Lösungen sprechen.
Können sich die Betreuenden und Promovierenden nicht auf einen Lösungsweg einigen, sollte über einen Betreuerwechsel nachgedacht werden.
TIPP
Um Missverständnissen und Konflikten vorzubeugen, ist es ratsam, alle Absprachen zwischen Betreuenden und Promovierenden, sowie Meilensteine und Fristen schriftlich zu dokumentieren. Dies ist vor allem auch bei der Betreuung internationaler Studierenden wichtig, da es im interkulturellen Gespräch schnell zu Missverständnissen kommen kann.
TIPP: GRADUIERTENAKADEMIE
Im DOCTORAL RESEARCHER DEVELOPMENT PROGRAM der Graduiertenakademie werden im Qualifizierungsbereich „Kommunikation und Management“ regelmäßig Kurse zur Bewältigung von Konflikten zwischen Kolleginnen und Kolleginnen sowie zwischen Promovierenden und Betreuenden angeboten (beispielsweise „Proper Dealing with Conflicts in Academic Groups“).
QUELLEN

Becker, J. (2015). Das Einmaleins der Promotion. Hamburg: academics GmbH.

Carmesin, B., Hoffman, U., Huskobla, G., Huster, S., Küster, J.-A., Neumann, J., Wegener-Feldbrügge, S. (eds.). 2014. UniWiND-Publikationen, Bd. 4/2014 „Betreuung Promovierender: Empfehlungen und Good Practice für Universitäten und Betreunde“. http://uniwind.org/assets/files/Downloads/UniWiND_Bd4_2014_Druck.pdf

Knigge-Illner, H. (2002). Der Weg zum Doktortitel. Frankfurt/New York: Campus Verlag.

Qualitätszirkel Promotion (Hrsg.) (2014). Gemeinsam die Promotion gestalten – Handlungsempfehlungen für Promovierende. 3. Auflage. Neustadt a. d. Aisch: Onlineprinters GmbH.
http://www.qz-promotion.de/home/projekt-handbuch/

Ultima modifica: 24. Lug 2017, 11:36, [s.wirschke]


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