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Karriere außerhalb der Wissenschaft

English Version: Career outside of Academia

1 Warum raus aus der Wissenschaft?

Die Gründe, nach der Promotion die Wissenschaft zu verlassen, sind vielfältig. Viele Promovierende haben von Anfang an vor, nach Abschluss der Promotion die Wissenschaft zu verlassen. Einige stellen im Lauf der Promotion fest, dass das Arbeiten im wissenschaftlichen Kontext nichts für sie ist. Andere Personen möchten gerne in der Wissenschaft bleiben, nur klappt es nicht mit einer Stelle. Unabhängig davon, was die Motivation für den Schritt , in eine andere Branche zu wechseln, ist, die Zahl derjenigen, die nach der Promotion die Wissenschaft verlassen, ist deutlich höher als die der Personen, die in der Wissenschaft verbleiben.  Es ist also gut möglich und für viele Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler – aus verschiedensten Gründen – oft auch die bessere Option, sich für einen Weg in ein anderes Berufsfeld zu entscheiden.
Die Frage ist aber häufig, welches Feld das sein könnte. Wenn Sie sich diese Frage stellen, sollten Sie sich zunächst fragen: „Was kann ich überhaupt?“ Und daran gekoppelt ist natürlich: „Was will ich überhaupt?“

2 Was kann (und will) ich überhaupt?

Viele Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler haben den Eindruck, dass sie mit ihrer Ausbildung nur für den wissenschaftlichen Kontext qualifiziert sind. Bei denjenigen, die den direkten Weg von der Schule ins Studium und danach in die Promotion gewählt haben, kommt noch hinzu, dass sie keinen anderen Arbeitskontext kennen und sich daher oft auch nicht gut vorstellen können, welche Fähigkeiten an anderen Stellen gefragt sein könnten. Dabei lernen sie in der Promotion viele Dinge, die auch in anderen Arbeitsbereichen bei hochqualifizierten Tätigkeiten sehr gefragt sind. Dazu zählen u. a. die Fähigkeit, Texte, Daten und Zusammenhänge zu analysieren, aufbereiten und für verschiedene Zielgruppen darstellen zu können, Informations- und Wissensmanagement sowie Recherchefähigkeiten. Aber auch Fremdsprachenkenntnisse und Interkulturelle Kompetenzen sind in vielen Zusammenhängen unerlässlich. Daneben entwickeln viele Promovierende erste Führungskompetenzen, indem sie z. B. Hilfskräfte anleiten oder Lehrveranstaltungen durchführen, in denen sie Arbeitsgruppen organisieren, Diskussionen moderieren und Studierende anleiten und beraten.
Wenn Sie also auf der Suche nach einer geeigneten Tätigkeit sind, sollten Sie zunächst ihre eigenen Fähigkeiten identifizieren und an konkreten Beispielen belegen. Wenn Sie einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, haben sie beispielsweise Ihre fremdsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen bewiesen, oder Sie haben eine Tagung mitorganisiert und dabei organisatorische Kompetenzen entwickelt. Aber auch die „alltäglichen“ Arbeiten im Rahmen einer Promotion, wie z. B. komplexe Texte lesen, analysieren und aufbereiten oder Daten erheben, auswerten und kategorisieren, sind Beispiele dafür, dass Sie diese Tätigkeiten beherrschen. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, welche dieser Kompetenzen für sie besonders wichtig sind, weil die entsprechenden Aufgaben Ihnen Spaß gemacht haben, so dass Sie sie in ihrem späteren Arbeitsleben anwenden möchten. Natürlich sollten Sie auch wissen, was Sie zwar können, aber möglicherweise gar nicht anwenden möchten. 
Weiterhin ist es sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, welche Arbeitsbedingungen gegeben sein müssen und auch, ob es grundsätzliche Werte gibt, die für Sie erfüllt sein müssen. Möchten Sie Ihre Arbeitszeit frei einteilen können oder haben Sie lieber die Struktur eines geregelten Arbeitstages? Schätzen Sie flache Hierarchien oder bevorzugen Sie klare Rollenverteilungen im Arbeitsleben? Möchten Sie überhaupt angestellt in einer Firma arbeiten oder möchten Sie lieber selbstständig sein? Gibt es möglicherweise Firmen oder Themenbereiche, in denen Sie (z. B. aus ethischen Gründen) unter gar keinen Umständen arbeiten möchten? Um diese Standortbestimmung zu unterstützen, bietet die Graduiertenakademie regelmäßig Veranstaltungen für die Geistes- und Sozialwissenschaften sowie die Natur- und Lebenswissenschaften an.

3 Wo kann ich damit arbeiten?

Der nächste Schritt ist, zu überlegen, welcher Bereich und welche Art Stelle am besten zu den eigenen Voraussetzungen passt. Dabei kann es zum Beispiel helfen, sich mit Personen zu unterhalten, die in anderen Berufsfeldern arbeiten (z. B. aus dem Freundes- und Bekanntenkreis oder der Familie). Auch Stellenanzeigen zu lesen, kann sehr aufschlussreich sein, da Sie hier neben den relevanten Tätigkeitsfeldern auch einen Einblick bekommen, welche Fähigkeiten von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gefragt sind. Dabei sollten Sie sich gerade am Anfang noch nicht zu sehr einschränken, sondern offen sein für Möglichkeiten, für die Sie auf den ersten Blick nicht den richtigen Hintergrund zu haben scheinen. Quereinstiege sind nicht unmöglich und fehlende formale Qualifikationen wie beispielsweise für ein Lehramt  können sich manchmal auch in verkürzter Weise nachholen lassen.
Wenn Sie eine oder mehrere mögliche interessante Felder gefunden haben, können Sie sich intensiver damit beschäftigen. Versuchen Sie, mit Personen in Kontakt zu kommen, die auf interessanten Positionen arbeiten. Diese können Ihnen wichtige Informationen beispielsweise zu ihrem eigenen Werdegang, zum alltäglichen Arbeitsablauf und auch zu möglichen Entwicklungsrichtungen der jeweiligen Branche geben.
Eine Arbeitsgruppe des Universitätsverbands zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland (UniWiND) hat zum Thema „Berufswege außerhalb der Wissenschaft“ zwei Publikationen erarbeitet. Diese befassen sich sowohl mit der Perspektive Promovierender als auch mit der Arbeitgeberperspektive.
Berufswege außerhalb der Wissenschaft: 13 Portraits
Berufswege außerhalb der Wissenschaft: Arbeitgeber im Gespräch

4 Quelle und weiterführende Literatur

Müller, Mirjam (2017). Karriere nach der Wissenschaft. Alternative Berufswege für Promovierte. Frankfurt a. M.: Campus.

Wissenschaftsladen Bonn e.V. (Hrsg.) (2017): Perspektiven für Geisteswissenschaftler/innen (letzter Zugriff: 27.10.2017)

Wissenschaftsladen Bonn e.V. (Hrsg.) (2017): Perspektive Umwelt-Jobs (letzter Zugriff: 27.10.2017)

Zuletzt geändert: Gestern, 15:01, [bross]


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