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Ombudswesen

English Version: Ombudsmanship
Die hier aufgeführten Informationen beziehen sich auf die Ombudspersonen für gute wissenschaftliche Praxis. An der Universität Tübingen werden diese Ombudspersonen als Vertrauenspersonen bezeichnet. Darüber hinaus gibt es an der Universität Tübingen noch die Ombudspersonen für Promotionsangelegenheiten, die die Fakultäten als Anlaufstellen bei Konflikten im Promotionsprozess eingesetzt haben. Weitere Informationen zu den Ombudspersonen für Promotionsangelegenheiten finden Sie hier.

1 Aufgaben und Funktion der Ombudspersonen/Vertrauenspersonen

Als Anlaufstelle bei Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis sowie bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten empfiehlt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Denkschrift Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis die Etablierung von Ombudspersonen/Vertrauenspersonen an allen deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen (Empfehlung 5). Die Vertrauenspersonen können von allen Mitgliedern der jeweiligen Einrichtung angerufen werden. Sie stammen aus dem Kreis der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser Einrichtung. Anfragen und Verdachtsäußerungen werden von ihnen vertraulich behandelt. Die Einrichtungen sind angehalten, den Vertrauenspersonen Unabhängigkeit bei der Ausübung ihres Amtes zu ermöglichen. Zur Vermeidung von Interessenskonflikten kann das Amt nicht Prorektorinnen/Prorektoren, Dekaninnen/Dekanen oder weiteren Personen mit einer ähnlichen Leitungsfunktion übertragen werden.  
Zudem hat die DFG mit dem Ombudsman für die Wissenschaft eine eigene, unabhängige und überregionale Anlaufstelle für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis und bei vermutetem Fehlverhalten eingerichtet (vgl. Denkschrift, Empfehlung 16). Es steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern frei, ob sie sich an die lokale Ombudsperson der eigenen Universität oder an den Ombudsman für die Wissenschaft wenden. Eine gleichzeitige, parallele Anrufung ist nicht möglich. Ebenso handelt es sich beim Ombudsman für die Wissenschaft der DFG nicht um eine Revisionsinstanz, d.h. eine Anrufung des Ombudsmans für die Wissenschaft nach abgeschlossenem Verfahren an der eigenen Einrichtung nach Vorgaben der jeweiligen Satzung ist nicht möglich.

2 Vertrauenspersonen und Kommission an der Eberhard Karls Universität Tübingen

Gemäß der Verfahrensordnung  zum Umgang mit Fehlverhalten in der Wissenschaft (§ 4) hat die Universität Tübingen insgesamt sechs Vertrauenspersonen eingesetzt, und jeweils eine Vertreterin bzw. einen Vertreter bestimmt. Zwei Vertrauenspersonen, je eine weibliche und eine männliche, und ihre jeweiligen Vertreterinnen/Vertreter entstammen den Naturwissenschaften, den Geisteswissenschaften und der Medizin. Die Vertrauenspersonen werden für drei Jahre gewählt. Wiederwahl ist möglich.
Die Vertrauenspersonen sind unabhängig und behandeln alle Anfragen vertraulich. Sie können aber unter Wahrung der Vertraulichkeit dem Rektorat über ihre Erfahrungen berichten und sich auch untereinander austauschen. Sie erfüllen folgende Aufgaben:
  • Beratung von Personen, die mit einem Verdacht auf Fehlverhalten an die Vertrauenspersonen herantreten
  • Beratung von Personen, die selbst dem Verdacht auf Fehlverhalten ausgesetzt sind
  • Aufgreifen von konkreten Hinweisen auf Fehlverhalten
  • Prüfung von konkreten Verdachten auf Fehlverhalten
  • Vermittlung zwischen allen Beteiligten und Bemühung um eine gütliche Beilegung von Konflikten
  • Beratung von Personen, die unverschuldet in einen Fall verwickelt sind
Neben den Vertrauenspersonen wählt der Senat eine Kommission zur Untersuchung von Fehlverhalten, die aus fünf Mitgliedern besteht (Verfahrensordnung §7).
Sollte sich ein Verdacht auf Fehlverhalten erhärten, berichtet die Vertrauensperson der Kommission zur Untersuchung von wissenschaftlichem Fehlverhalten über den Vorgang. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die Person, gegen die ein Verdacht vorliegt, über die Vorwürfe informiert. Die Kommission leitet das Verfahren ein und gibt der/dem Betroffenen die Gelegenheit zur Stellungnahme. Auch die Informantin bzw. der Informant haben die Gelegenheit zur Stellungnahme. Das Rektorat wird von der Kommission über Beginn und Ergebnis jedes Verfahrens unterrichtet.
Stellt die Kommission nach Abwägung der Beweise und ggf. Anhörung von Zeugen kein Fehlverhalten fest, wird das Verfahren eingestellt. Kommt die Kommission zu dem Schluss, dass Fehlverhalten vorliegt, stellt sie dies förmlich fest und spricht Empfehlungen zum Umgang damit gegenüber den zuständigen Universitätsorganen aus. Über das weitere Vorgehen entscheidet das Rektorat.

3 DFG Ombudsman für die Wissenschaft

Als Ergänzung zu den Vertrauenspersonen an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat die DFG eine eigene Anlaufstelle eingerichtet. Dem Gremium „Ombudsman für die Wissenschaft“ gehören vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, die ihre Aufgabe ehrenamtlich wahrnehmen und für drei Jahre berufen werden (eine Wiederwahl ist möglich). Auch wenn das Gremium durch die DFG eingesetzt ist, ist die DFG nicht in das Ombudsverfahren involviert, das Gremium handelt eigenständig und unabhängig.
Das Ombudsgremium
  • berät Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis
  • vermittelt bei vermutetem korrigierbaren Fehlverhalten zwischen den Beteiligten und versucht eine Einigung herbeizuführen; sanktionierende Maßnahmen durch das Ombudsgremium sind nicht vorgesehen
Das Gremium wird durch die Geschäftsstelle des Ombudsmans unterstützt. Während Anfragen an Mitglieder des Ombudsgremiums schriftlich und nur mit Begründung telefonisch erfolgen können, ist eine allgemeine telefonische Erstberatung durch die Geschäftsstelle möglich.
Das Gremium ermittelt nicht in Fällen von nicht-korrigierbarem Fehlverhalten (z.B. Datenmanipulation, Plagiat). Stellt das Ombudsgremium ein nicht korrigierbares Fehlverhalten fest, leitet es den Sachverhalt an die zuständige Untersuchungskommission weiter. Dies kann entweder die Kommission der jeweils zuständigen Universität oder Forschungseinrichtung oder, bei einem Bezug zu einem DFG-geförderten Projekt, der Ausschuss zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens der DFG sein.
Einmal jährlich berichtet das Gremium über seine Arbeit.

4 Ablauf Ombudsverfahren - Schematische Übersicht

Die folgende Darstellung ist als schematische Übersicht zu den unter Punkt 1 bis 3 erläuterten Abläufen gedacht. Wenn Sie Ihren Cursor über das Bild bewegen, werden Ihnen zusätzliche Erläuterungen angezeigt.

5 Hinweisgeberinnen/Hinweisgeber (Whistleblower)

Die DFG Denkschrift verweist auf die wichtige Funktion, die Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber (sogenannte Whistleblower) für die Selbstkontrolle der Wissenschaft erfüllen (Empfehlung 17). Deshalb ist es wichtig, Hinweisgeberinnen bzw. Hinweisgeber in angemessener Weise zu schützen. Durch die Äußerung eines begründeten Verdachtes darf derjenigen/demjenigen kein Nachteil in Wissenschaft und Beruf entstehen. Besonders bei Nachwuchswissenschaftlerinnen bzw. Nachwuchswissenschaftlern bedeutet dies, dass es zu keiner Verzögerung bei der Fertigstellung einer Qualifikationsarbeit (Dissertation, Habilitation) kommen darf und dass Vertragsverlängerungen nicht von der Äußerung eines Verdachtes abhängig gemacht werden dürfen. Aus diesem Grund ist die Identität der Hinweisgeberin/des Hinweisgebers zu wahren, außer, wenn andernfalls keine angemessene Verteidigung durch die Betroffene/den Betroffenen gegen die Vorwürfe möglich ist. Die Verfahrensordnung der Eberhard Karls Universität legt dies dementsprechend so fest (vgl. § 12). Von Hinweisgeberinnen/Hinweisgebern wird erwartet, dass sie einen Verdacht nur in gutem Glauben und nach Prüfung des Sachverhalts und bei Kenntnis aller Umstände äußern. Die bewusste Äußerung eines unrichtigen Verdachts oder auch der leichtfertige Umgang mit einem Verdacht kann an sich auch ein Fehlverhalten darstellen. Bei anonymen Hinweisen muss die jeweils zuständige Stelle entscheiden, ob dem Verdacht dennoch nachgegangen wird.
Die Vertraulichkeit eines Verfahrens ist nicht nur durch die Vertrauenspersonen/Ombudspersonen und entsprechenden Kommissionen sicherzustellen, sondern auch durch die Hinweisgeberin/den Hinweisgeber. Wendet sich diese/dieser zunächst mit dem Vorwurf an die Öffentlichkeit ohne davor die zuständige Stelle an der Einrichtung informiert zur haben, ist durch diese Stelle zu entscheiden, wie damit umgegangen wird. Durch die Wahrung der Vertraulichkeit soll eine Vorverurteilung der/des Betroffenen vermieden werden.
Anrufung lokale OmbudspersonAufgabe lokale OmbudspersonEinstellung lokaler OmbudsmanWeitergabe an lokale KommisionAufgabe lokale KommissionEinstellung lokale KommissionWeitergabe an HochschulleitungSanktion durch HochschulleitungAnrufung DFG OmbudspersonAufgabe Ombudsman Gremium DFGEinstellung Ombudsman für die WissenschaftWeitergabe an lokale Kommission durch Ombudsman für die WissenschaftWeitergabe DFG UntersuchungsausschussAufgabe DFG KommissionBeilegung DFG KommissionWeitergabe DFG HauptauschussSanktion Hauptauschuss

Zuletzt geändert: 30. Nov 2017, 15:55, [bross]


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