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Regelungen zur Autorschaft

English Version: Regulations of Authorship

1 Voraussetzungen für die Autorschaft

Die Voraussetzungen dafür, als Autorin bzw. als Autor einer wissenschaftlichen Publikation genannt zu werden, sind in der Denkschrift Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) benannt:
„Autorin und Autor ist nur, wer einen wesentlichen Beitrag zu einer wissenschaftlichen Veröffentlichung geleistet hat“ (Empfehlung 11).
Der „wesentliche Beitrag“ muss dabei in einem oder mehreren von drei Bereichen erfolgt sein:
  • der Konzeption einer der Publikation zugrunde liegenden Studie oder eines zugrunde liegenden Experiments
  • der Erarbeitung, Analyse und Interpretation von Daten
  • der Formulierung des Manuskripts
Darüber hinaus muss die betreffende Person der Veröffentlichung zugestimmt haben, damit sichergestellt ist, dass alle Autorinnen und Autoren die Verantwortung für die Inhalte einer wissenschaftlichen Publikation mittragen.
Nicht als wesentlicher Beitrag gesehen werden z.B. die technische Mitarbeit bei der Datenerhebung, technische Unterstützung durch die Bereitstellung von Materialien oder Geräten, die bloße Leitung der Institution oder Arbeitsgruppe, die für die Publikation verantwortlich ist, die organisatorische Einwerbung von Drittmitteln oder das Gegenlesen des Manuskripts. Auch die bloße Überlassung von Daten oder die Vermittlung von Standard-Methoden an Mitwirkende gelten nicht als wesentlicher Beitrag. Eine sogenannte „Ehrenautorschaft“ ohne eigenen wesentlichen Beitrag, z.B. für Institutsleiterinnen/Institutsleiter oder (ehemalige) Vorgesetze, ist den Empfehlungen der DFG gemäß nicht akzeptabel.

2 Koautorenschaft

Besonders wichtig ist das Thema Autorschaft bei Publikationen, an denen mehrere Personen mitgewirkt haben, die als Autorinnen und Autoren gelten können, sogenannte Koautorenschaften. Hier ist vor allem sicherzustellen, dass tatsächlich alle, die einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, aber auch nur diese Personen, als Autorinnen/Autoren genannt werden.
Weiterhin ist bei einer Koautorenschaft die Reihenfolge, in der Autorinnen/Autoren genannt werden, zu beachten. Während es in manchen Fächern üblich ist, Autorinnen und Autoren in alphabetischer Reihenfolge zu nennen, ist es in vielen Disziplinen, vor allem in den Natur- und Sozialwissenschaften, gängig, die Reihung der Autorinnen und Autoren von der Bedeutung des Beitrags, den diejenige/derjenige geleistet hat, abhängig zu machen. Eine Erstautorschaft ist natürlich begehrt und dies kann unter Umständen zu Diskussionen unter den Koautorinnen/Koautoren führen. Um Konflikte und Missverständnisse zu vermeiden, sollte die Reihenfolge bereits in einem frühen Stadium der Arbeiten an der Publikation thematisiert und geklärt werden.
Besonders bei Koautorenschaften ist zu beachten, dass alle Personen, die als Autorinnen/Autoren einer Publikation genannt werden, gemeinsam die Verantwortung für diese tragen (vgl. DFG Denkschrift, Empfehlung 11). Besonders bei interdisziplinär verorteten Publikationen kann dies problematisch sein. Manche Zeitschriften empfehlen daher, die Beiträge der einzelnen Autorinnen und Autoren kenntlich zu machen. Letztlich basiert aber eine wissenschaftliche Zusammenarbeit immer auch auf dem Vertrauen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander, dass jede/jeder sich an die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis hält. Wenn Zweifel an den Daten, Methoden oder Ergebnissen von Mitautorinnen/Mitautoren aufkommen, sollten diese rechtzeitig angesprochen werden. Die DFG-Denkschrift stuft die Verweigerung der Zustimmung zur Publikation eines Beitrags, an dem man als Koautorin/Koautor beteiligt war, als Verstoß gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis ein, soweit diese ohne Begründung (z.B. Kritik an Methode, Ergebnissen etc.) erfolgt (vgl. Erläuterungen zu Empfehlungen 11 und 12). Verweigert eine Mitautorin bzw. ein Mitautor ohne nachvollziehbare Begründung die Zustimmung zur Publikation, kann eine Vertrauensperson der jeweiligen Einrichtung mit Bitte um Vermittlung angerufen werden.

3 Wichtige Aspekte für Promovierende

Insbesondere bei Promovierenden, die ihre Dissertation im Rahmen eines größeren Projektes oder als Mitglied einer Arbeitsgruppe anfertigen, ist bei gemeinsamen Publikationen, die auch Daten enthalten, die bei den Arbeiten am Promotionsprojekt erhoben wurden, darauf zu achten, dass die/der Promovierende als Koautorin/Koautor der Publikation genannt wird. Dies ist vor allem dann sehr wichtig, wenn die Daten in die Doktorarbeit einfließen sollen. Werden die Daten in der Publikation verwendet und die/der jeweilige Promovierende ist nicht als Koautorin/Koautor genannt, muss die/der Promovierende die Publikation in seiner Dissertation als Fremdbeitrag zitieren. Dies bedeutet unter Umständen, dass die Dissertation nicht mehr als eigenständiger Beitrag zur Forschung gewertet werden kann und somit nicht mehr die Voraussetzungen erfüllt. Gibt die/der Promovierende die Daten nicht als Fremdbeitrag an und ist nicht als Koautorin/Koautor genannt, muss dies als Plagiat gesehen werden.
TIPP
Im Doctoral Researcher Development Program bietet die Graduiertenakademie im Themenbereich "Wissenschaft und Verantwortung" in Kooperation mit den Fakultäten regelmäßig Kurse zum Thema "Gute wissenschaftliche Praxis" für verschiedene Fachbereiche an.
Das bedeutet nicht, dass nicht bereits während der Promotion erste Ergebnisse der Arbeiten publiziert werden dürfen. Dies kann den Vorteil haben, die Sichtbarkeit der eigenen Forschung zu erhöhen und ist aus Sicht der wissenschaftlichen Karriereentwicklung sinnvoll. Oftmals kann eine Koautorenschaft mit einer erfahrenen Wissenschaftlerin bzw. einem erfahrenen Wissenschaftler dabei helfen, in einer renommierten Fachzeitschrift publizieren zu können. Zu beachten ist, dass man selbst als Koautorin/Koautor in jedem Fall aufgeführt wird. Beruht die Publikation zu weiten Teilen auf Arbeiten der/des Promovierenden sollte diese/dieser auch als Erstautorin/Erstautor genannt werden. Bei Unstimmigkeiten hierzu kann in Konfliktfällen auch eine Vertrauensperson der Universität mit Bitte um Vermittlung angerufen werden. In jedem Fall muss erkennbar sein, welchen Beitrag die/der Promovierende zur Publikation geleistet hat. Bei Einreichung der Dissertation muss in der Regel auch eine Erklärung darüber abgegeben werden, ob und wenn ja wo Teile der Dissertation bereits veröffentlicht wurden. Bei Koautorenschaften muss erklärt werden, welchen Beitrag die/der Promovierende geleistet hat. Dies legt die Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät fest. Besonders bei Koautorenschaften ist zu beachten, dass Erkenntnisse, die nicht auf eigenen Arbeiten beruhen, immer kenntlich zu machen und zu zitieren sind. Auch bei eigenen bereits veröffentlichten Ergebnissen ist ein Hinweis auf die entsprechende Publikation sinnvoll.

Zuletzt geändert: 03. Nov 2017, 15:27, [bross]


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