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Herausforderung und Chancen digitaler Medien für das selbstregulierte Lernen

Andreas Lachner
Definition - worum geht’s?
Schülerinnen und Schüler müssen bei der Nutzung digitaler Medien ein hohes Maß an Selbstregulation aufweisen, da sie selbstbestimmt kognitive und motivationale Lernstrategien anwenden  sowie mittels metakognitiver Strategien den Fortschritt des eigenen Lernprozesses überwachen müssen, ohne dass eine Lehrperson zwangsläufig anwesend ist. Lernende nutzen solche Strategien jedoch oft nur in eingeschränktem Ausmaß. Dahingehend brauchen Lernende Unterstützung dabei, effektive Lernstrategien auszuführen.
Funktionen für das Lernen  - was wird ermöglicht / unterstützt?

Digitale Medien erlauben es, verschiedene Lernaufgaben zu realisieren, welche selbstreguliertes Lernen unterstützen können. Schülerzentrierte Methoden ermöglichen die aktive Generierung von Inhalten, um die Inhalte durch Beispiele zu elaborieren und zu organisieren. Zudem existieren verschiedene Methoden, den eigenen Lernfortschritt zu überwachen, um geeignete Strategien zu ergreifen und seinen Lernprozess zu regulieren. Darüber hinaus gibt es eigene digitale Lösungen wie die Anfertigung digitaler Lerntagebücher oder E-Portfolios, die speziell auf das selbstregulierte Lernen abgestimmt sind. Hier hat sich die Nutzung von Leitfragen, welche die Ausführung bestimmter Strategien fördern sollen, als hilfreich erwiesen.
 
Gelingensbedingungen für den erfolgreichen Einatz - wann funktioniert’s und wann nicht?

Die Effektivität der genutzten Maßnahmen ist von den jeweiligen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler abhängig. Wohingegen schwache Lernende von zusätzlicher Unterstützung profitieren, zeigen einige Untersuchungen, dass starke Schülerinnen und Schüler wenig von solchen Unterstützungsmaßnahmen profitieren, bzw. hierdurch sogar behindert werden.
Beispiele

Beispiele zur Gestaltung von Lernaufgaben, die die Selbstregulation fokussieren, finden sich bspw. hier und hier

Lernmanagementsysteme bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Blogs zu führen, welche dann zur Nutzung als Lerntagebücher dienen können. 


Tools
  • Journal Plug in zum Verfassen von digitalen Tagebüchern in Moodle
Literatur - Evidenz

Azevedo, R., Moos, D. C., Greene, J. A., Winters, F. I., & Cromley, J. G. (2008). Why is externally-facilitated regulated learning more effective than self-regulated learning with hypermedia?. Educational Technology Research and Development, 56(1), 45-72.

Nückles, M., Hübner, S., Dümer, S. & Renkl, A. (2010). Expertise-reversal effects in writing-to-learn. Instructional Science, 38, 237-258. 

Perels, F. & Dörrenbächer, L. (2018). Selbstreguliertes Lernen und (technologiebasierte) Bildungsmedien. In H. Niegemann & A. Weinberger (Hrsg.), Lernen mit Bildungstechnologien. Springer Reference Psychologie. Berlin: Springer

Zitiervorschlag:

Lachner, A., (2020, April). Herausforderung und Chancen digitaler Medien für das selbstregulierte Lernen. In Digitalisierung in der Lehrerbildung Tübingen (TüDiLB) (Hrsg.), Evidenzbasierte Hinweise zum Einsatz digitaler Medien im Lehr-Lernkontext.
Inhaltlich aktualisiert am 10.05.2020

Zuletzt geändert: 19. Mai 2020, 16:19, [a.stephan]